Leif Davidsen
Leif Davidsen

Leif Davidsen:
Der Beginn eines Romans

All I know about the story I am planning is that a man "turns up", and for that reason alone I find myself on a plane… The search for the character cannot end there. Graham Greene

Im Herbst 1996 befand ich mich zwar nicht in einem Flugzeug, wohl aber in meinem Auto auf der Landstraße zwischen Ebeltoft und Randers. Es regnete, der Asphalt glänzte dunkel, und das monotone Geräusch der zischenden Reifen bekam gelegentlich einen anderen Ton, wenn sie über seifige, gelbe Blätter fuhren, die zuhauf in den größeren Pfützen lagen. Es dämmerte, und der letzte hart arbeitende Traktor hatte die Scheinwerfer eingeschaltet und fuhr fort, das schwarze, nasse Erdreich zu durchpflügen. Ich denke an einen Roman, und ich denke an eine männliche Person. Er hat kein Gesicht und keinen Namen. Ich bin seit ein paar Jahren auf der Suche nach ihm, aber er existiert nur als ein grauer Schatten, der gespenstisch über den dunkler werdenden Herbstfarben Djurslands schwebt. Dann sehe ich das Schild: Lime 2 km. Und aus der Dunkelheit taucht durch das Schild meine neue männliche Hauptfigur auf, als würde er von diesem nüchternen, rotweißen Straßenschild zur Welt gebracht. Sein Name ist Peter Lime. Er liegt an einem heißen Frühsommertag unweit der französisch-spanischen Grenze auf einem Strand der Costa Brava. Er schwitzt. Er ist angespannt. Er ist um die fünfzig und hat in Madrid, wo er lebt, eine Frau und ein kleines Kind. Er liegt dort mit seiner Kamera, deren Teleobjektiv auf das Meer gerichtet ist, auf dem ein schlankes, weißes Speedboat den Kurs ändert und auf das Ufer zuhält. An Bord sind eine schöne junge Frau und ein Mann mittleren Alters. Ich habe meine Hauptfigur gefunden. Die Reise mit ihm kann beginnen.

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